PV-Anlage planen 2026: Was Sie jetzt wissen müssen
Das Jahr 2026 markiert einen Wendepunkt für die Photovoltaik in Deutschland. Einerseits sorgt die geopolitische Lage für steigende Energiepreise, andererseits plant die Bundesregierung eine radikale Reform der Solarförderung. Wer eine PV-Anlage plant, sollte die aktuellen Entwicklungen kennen – denn 2026 könnte das letzte Jahr mit garantierter Einspeisevergütung für kleine Dachanlagen sein.
Aktuelle EEG-Einspeisevergütung 2026
Die Einspeisevergütung wird für 20 Jahre ab Inbetriebnahme festgeschrieben. Wer 2026 seine Anlage in Betrieb nimmt, sichert sich die aktuellen Sätze bis 2046.
Vergütungssätze Februar – Juli 2026
| Anlagengröße | Teileinspeisung | Volleinspeisung |
|---|---|---|
| bis 10 kWp | 7,78 ct/kWh | 12,34 ct/kWh |
| 10–40 kWp | 6,73 ct/kWh | 10,35 ct/kWh |
| 40–100 kWp | 5,50 ct/kWh | 10,35 ct/kWh |
Ab August 2026 sinken die Sätze um weitere 1 % (halbjährliche Degression). Für eine typische Einfamilienhaus-Anlage mit 10 kWp bedeutet das dann noch 7,71 ct/kWh bei Teileinspeisung.
Wichtig: Seit 2025 wird die Vergütung bei negativen Börsenstrompreisen ausgesetzt. Der 20-Jahres-Vergütungszeitraum verlängert sich entsprechend.
Für die meisten Eigenheimbesitzer lohnt sich die Teileinspeisung (Eigenverbrauch + Überschuss einspeisen) deutlich mehr als die Volleinspeisung – dazu gleich mehr.
EEG-Reform: Droht das Ende der Solarförderung ab 2027?
Ein im Februar 2026 geleakter Arbeitsentwurf für eine Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes aus dem Bundeswirtschaftsministerium von Ministerin Katherina Reiche (CDU) hat die Solarbranche aufgeschreckt. Die wichtigsten geplanten Änderungen:
Was sich ab 2027 ändern soll
- Anlagen bis 25 kWp: Die bisherige Einspeisevergütung für Neuanlagen bis 25 kWp entfällt. Überschussstrom darf weiterhin eingespeist werden, jedoch nur noch in förderfreien Veräußerungsformen, also insbesondere über unentgeltliche Abnahme, sonstige Direktvermarktung oder übergangsweise über eine befristete Marktwertdurchleitung.
- Stufenweiser Auslauf der Übergangsregelung: Die befristete Marktwertdurchleitung gilt nur noch übergangsweise und wird schrittweise zurückgenommen. Für das Jahr 2027 noch für Neuanlagen unter 25 kW, 2028 nur noch für Anlagen unter 10 kW, ab 2029 nicht mehr.
- Anlagen 25–100 kWp: Für neue PV-Anlagen ab 25 kWp, die nicht an Ausschreibungen teilnehmen, entfällt ab 2027 die klassische Einspeisevergütung. Stattdessen soll der eingespeiste Strom grundsätzlich direkt vermarktet werden; die Förderung läuft dann über einen einheitlichen anzulegenden Wert statt über die bisherige Staffelung und ohne Volleinspeiser-Bonus. Eine Übergangsregel wie bei Anlagen unter 25 kW ist für dieses Segment nicht vorgesehen.
- 50%-Einspeisebegrenzung für kleinere Anlagen ist im Gespräch.
Was bedeutet das konkret?
Wer 2026 noch eine Anlage installiert, sichert sich die aktuelle Einspeisevergütung für 20 Jahre – unabhängig davon, was 2027 beschlossen wird. Bestandsschutz ist vorgesehen.
Wer hingegen erst 2027 oder später installiert, könnte bei niedrigem Eigenverbrauchsanteil deutlich schlechter dastehen. Branchenverbände warnen, dass sich die Amortisationszeit von etwa 10 auf bis zu 19 Jahre verlängern könnte.
Die Begründung des Ministeriums: Private PV-Anlagen seien durch den hohen Eigenverbrauchsanteil auch ohne Förderung wirtschaftlich. Das stimmt zwar für viele Fälle – aber nicht für alle. Besonders Haushalte mit geringem Tagesverbrauch oder ohne Speicher wären betroffen.
Energiekrise 2026: Iran-Konflikt und steigende Strompreise
Seit Ende Februar 2026 herrscht ein bewaffneter Konflikt mit dem Iran. Die teilweise Blockade der Straße von Hormus hat direkte Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte:
- Gas- und Ölexporte aus Katar und den VAE sind eingeschränkt, was die Großhandelspreise treibt.
- Gaskraftwerke sind in Deutschland preissetzend am Strommarkt – steigende Gaspreise bedeuten automatisch steigende Strompreise.
- Neukundentarife für Strom sind seit Beginn des Konflikts von 24,9 auf 27,6 ct/kWh gestiegen.
- Die Inflation in Deutschland wird für 2026 auf 2,6 % geschätzt – höher als zuvor prognostiziert.
Die direkte Gasversorgung Deutschlands ist laut BDEW nicht unmittelbar gefährdet (Hauptlieferant Norwegen, dazu LNG-Importe und gut gefüllte Speicher). Aber die indirekten Preiseffekte spüren Verbraucher bereits.
Aktuelle Strompreise in Deutschland
| Tarifart | Preis pro kWh |
|---|---|
| Grundversorgung (Bestand) | ca. 42,8 ct/kWh |
| Durchschnitt alle Tarife | ca. 37,2 ct/kWh |
| Neukundentarif (März 2026) | ca. 25–28 ct/kWh |
| Günstigste Tarife | ab ca. 23 ct/kWh |
Deutschland hat mit 37,2 ct/kWh den höchsten Strompreis aller G20-Staaten. Zum Vergleich: Während der Energiekrise 2023 lagen die Preise bei über 45 ct/kWh.
Warum sich eine PV-Anlage 2026 besonders lohnt
Die Rechnung ist einfach: Jede Kilowattstunde, die Sie selbst verbrauchen statt vom Netz zu kaufen, spart Ihnen 25–37 ct/kWh. Die Einspeisevergütung bringt dagegen nur 7,78 ct/kWh. Der wirtschaftliche Hebel liegt also klar beim Eigenverbrauch.
Rechenbeispiel: Typisches Einfamilienhaus
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Anlagengröße | 10 kWp |
| Jährlicher Ertrag | ca. 9.500 kWh |
| Eigenverbrauchsanteil (ohne Speicher) | ca. 30 % = 2.850 kWh |
| Eigenverbrauchsanteil (mit 10 kWh Speicher) | ca. 65 % = 6.175 kWh |
| Strompreis (Neukundentarif) | 28 ct/kWh |
| Einspeisevergütung | 7,78 ct/kWh |
Ohne Speicher: - Ersparnis durch Eigenverbrauch: 2.850 × 0,28 € = 798 €/Jahr - Einspeisevergütung: 6.650 × 0,0778 € = 517 €/Jahr - Gesamt: ca. 1.315 €/Jahr
Mit 10 kWh Speicher: - Ersparnis durch Eigenverbrauch: 6.175 × 0,28 € = 1.729 €/Jahr - Einspeisevergütung: 3.325 × 0,0778 € = 259 €/Jahr - Gesamt: ca. 1.988 €/Jahr
Bei Investitionskosten von ca. 15.000–18.000 € (mit Speicher) ergibt sich eine Amortisationszeit von 8–10 Jahren – und danach produzieren Sie 10–15 Jahre lang praktisch kostenlosen Strom.
5 Gründe, 2026 nicht länger zu warten
-
Bestandsschutz sichern: Wer 2026 installiert, bekommt 20 Jahre garantierte Einspeisevergütung – egal was 2027 politisch passiert.
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Steigende Strompreise: Der Iran-Konflikt und die strukturelle Abhängigkeit von Gaskraftwerken treiben die Strompreise weiter nach oben. Jede selbst erzeugte kWh ist ein Schutz dagegen.
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Sinkende Modulpreise: Die Preise für Solarmodule sind 2024/2025 stark gefallen und liegen auf historisch niedrigem Niveau. Ob das so bleibt, ist unklar.
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Steuerfreiheit: Seit 2023 sind PV-Anlagen bis 30 kWp von der Einkommensteuer und Umsatzsteuer befreit (0 % MwSt. auf Module, Wechselrichter und Installation).
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Unabhängigkeit: Eine PV-Anlage mit Speicher macht Sie unabhängiger von Preisschocks am Energiemarkt – eine Lehre aus den Krisen der letzten Jahre.
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Stand: März 2026. Die EEG-Reform befindet sich im Gesetzgebungsverfahren und kann sich noch ändern. Einspeisevergütungssätze gemäß EEG-Degressionstabelle. Strompreise basieren auf aktuellen Marktdaten (Quellen: Bundesnetzagentur, Verivox, CHECK24). Dieser Artikel stellt keine Rechts- oder Anlageberatung dar.